Dein Blog-Notebook: Biodiversitäts-Indizes (Richness, Evenness, Shannon, Simpson)
Du hast Richness, Evenness, Shannon und Simpson schon mal gehört – und sie klingen wie eine kleine Band. Heute machst du daraus eine klare Mini-Story, die du später blitzschnell wieder abrufen kannst.
Ziel: Du füllst ein kurzes Text-Template aus, das Unterschiede, ein eigenes Beispiel und eine typische Fehlannahme festhält.
1) Die Bausteine: Was misst was?
Richness (Artenzahl)
- Frage: Wie viele Arten gibt es?
- Zählt nur: Anzahl verschiedener Arten.
- Ignoriert: wie viele Individuen pro Art.
Evenness (Gleichverteilung)
- Frage: Wie gleichmäßig sind die Häufigkeiten verteilt?
- Hohe Evenness: Arten sind ähnlich häufig.
- Niedrige Evenness: eine Art dominiert.
Shannon-Index (Diversität mit “Seltenheits-Bonus”)
- Kombiniert Richness + Evenness.
- Intuition: Wenn du zufällig ein Individuum ziehst, misst Shannon, wie unvorhersehbar die Art ist.
- Viele Arten und gleichmäßig → Shannon wird groß.
Formel (nur als Orientierung):
H=−∑ipiln(pi)
Simpson-Index (Dominanz / „Treffe ich dieselbe Art?“)
- Auch Richness + Evenness, aber stärker dominiert von häufigen Arten.
- Intuition (gängige Variante): Wahrscheinlichkeit, dass zwei zufällig gezogene Individuen zur gleichen Art gehören.
Formel (Dominanz-Variante):
D=∑ipi2
Wichtig: Es gibt auch oft 1 − D oder 1/D als Simpson-„Diversität“. Schreibe am besten dazu, welche Version du meinst.
2) Wie hängen sie zusammen? (Das große Bild)
- Richness schaut nur auf „Wie viele?"
- Evenness schaut nur auf „Wie verteilt?"
- Shannon belohnt beides, ist dabei sensibel für seltene Arten.
- Simpson spürt besonders Dominanz auf (häufige Arten drücken den Wert stark).
Merksatz:
- Shannon: „Wie überraschend ist die Art?“
- Simpson: „Wie dominant ist die häufigste/ häufigen Arten?“
3) Rangordnungen: Was erwartest du in Beispielen?
Wenn zwei Gemeinschaften gleich viele Arten haben, dann gilt meistens:
- Höhere Evenness → höherer Shannon
- Höhere Evenness → (bei D = Σ p²) niedrigerer Simpson-Dominanzwert
Wenn eine Gemeinschaft mehr Arten hat, aber extrem dominiert wird, kann es passieren:
- Richness ist höher,
- aber Shannon steigt nur leicht (oder manchmal weniger als erwartet),
- und Simpson (Dominanz) bleibt hoch, weil die dominante Art alles „überstrahlt“.
📝 Ausfüllraster: Dein Blog-Notebook (zum Kopieren)
Fülle die drei Blöcke aus. Kurz, klar, du-Style.
(1) 2-Satz-Zusammenfassung (Richness/Evenness/Shannon/Simpson)
Satz 1:
Satz 2:
(2) Mini-Beispiel (selbst erfunden) + erwartete Rangordnung
Meine zwei (oder drei) Gemeinschaften:
- Gemeinschaft A:
- Gemeinschaft B:
- (optional) Gemeinschaft C:
Was ist bei Richness höher?
Was ist bei Evenness höher?
Erwartete Rangordnung (Shannon H):
Erwartete Rangordnung (Simpson, bitte Version dazuschreiben):
- Version: (z.B. D = Σp² oder 1−D)
- Rangordnung:
Meine Begründung in 2–3 Sätzen:
(3) Fehlannahme, die ich künftig vermeide
Fehlannahme:
Korrektur (was stimmt stattdessen?):
Wie merke ich mir das? (Mini-Merksatz):
✅ Kriterien: Woran erkennt man eine richtig gute Antwort?
Präzise Begriffe
- Du benutzt Richness = Artenzahl (nicht „Diversität allgemein“).
- Du benennst Evenness = Gleichverteilung.
- Du sagst bei Simpson klar, welche Variante du meinst (z.B. D=∑pi2 oder 1−D).
Klarer Zusammenhang (nicht nur Behauptungen)
- Du erklärst warum Shannon steigt (mehr Arten und/oder gleichmäßiger).
- Du erklärst warum Simpson-Dominanz steigt (mehr Dominanz durch häufige Arten).
Beispiel ist „rechenfrei, aber logisch“
- Deine Häufigkeiten sind plausibel (z.B. 10/10/10 vs. 28/1/1).
- Die Rangordnung passt zu deiner Beschreibung:
- gleichmäßig → höheres H
- dominanter Peak → höheres D (bei ∑p2)
Eine echte Fehlannahme (mit Lerneffekt)
- Nicht „Ich war verwirrt“, sondern konkret:
- z.B. „Mehr Arten heißt immer höherer Shannon“ (stimmt nicht unbedingt bei starker Dominanz).
- oder „Simpson und Shannon reagieren gleich auf seltene Arten“ (tun sie nicht).
Mini-Takeaway
Wenn du dir nur eins merkst: Richness zählt Arten, Evenness schaut auf Fairness, Shannon liebt Vielfalt (inkl. selten), Simpson spürt Dominanz. Damit kannst du fast jedes Index-Ergebnis sinnvoll einordnen – ohne Taschenrechner-Stress.